Tansania 2020

Dies ist eine weitgehend aufgelassene Fabrik in Arusha aus Zeiten der Verbundenheit mit der UDSSR

Ich bilde mir nicht ein nach 14 Tagen einer überwiegend touristischen Reise in Tansania ein umfassendes Bild über die Lage dort, was Corona und die Präsidentschaftswahl anbetrifft, abgeben zu können. Aber vielleicht mag meine Ergänzung zu den allgemein zugänglichen Informationen für den einen oder anderen interessant sein. Zum Thema Corona ist zu sagen, dass im Land davon wenig zu bemerken ist. Bei der Einreise wird überprüft, ob man Fieber hat, das wird auch gelegentlich an anderen Stellen z.B. beim Betreten von Banken überprüft. In Restaurants und bei manchen Eingängen zu Gebäuden gibt es die Möglichkeit, die Hände zu desinfizieren, sie wird wenig genutzt. Ansonsten scheint das Land völlig unbetroffen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind so vollgestopft, wie das in afrikanischen Staaten der Fall ist, das heißt in einem Transporter sind ca. 25 Leute dicht gedrängt. Auch die Märkte wirken völlig unverändert. Ein munteres Treiben. Auf Befragen erfährt man, dass der Präsident nach kurzen deutlichen Eingriffen im März gesagt habe, Corona sei für ihn kein Thema sein und seither gäbe es auch keine Probleme damit. Selbst eine Krankenschwester, mit der ich gesprochen habe, geht davon aus, dass die Krankheit in Tansania keine Rolle spielt. Eine Erklärung dafür hatte sie nicht. Im Internet wird als Grund ein Neandertalergen, das bei Europäern und Asiaten vorkommt diskutiert. Der für Tansania wichtige Tourismus liegt völlig am Boden. Der Safari- und Trekking Tourismus, wie auch der Badetourismus in Sansibar, scheint auf ca 5 % zurückgegangen zu sein. Die Betroffenen sind relativ gelassen, hoffen dass es demnächst wieder einen Aufschwung gibt. Die Politik der reichen Länder wird stark kritisiert, diese wird für die Rückschläge im Tourismusbereich verantwortlich gemacht. Einige Krankenhäuser und Ambulatorien, die ich von außen gesehen habe und deren Wartebereich von außen einzusehen war, wirkten völlig unbetroffen.

Ich war ja während der Präsidentschaftswahlen am 28. 10.2020 in Tansania. Die Wahl wird von ausländischen Beobachtern überwiegend als negativ betrachtet. Selber konnte ich zum Teil den Wahlkampf auf den Straßen beobachten, der oft musikalisch untermauert und recht fröhlich war auch Lautsprecherwagen der Opposition konnte man sehen. Es waren keine sichtbaren Unterdrückungen oder Spannungen beobachtbar. Die Menschen, mit denen ich gesprochen hatte, waren ausnahmslos angetan vom Ministerpräsidenten Magufuli, schätzten sein populären Stil und nicht zuletzt auch sein selbstbewusstes Umgehen mit Corona. Das Ergebnis von 84 % Zustimmung wurde einhellig begrüßt. Dabei wirkten die Menschen, mit denen ich gesprochen habe, nicht ängstlich, ich hatte nicht den Eindruck, dass sie sich aus Angst so regierungsfreundlich darstellten. Insgesamt wirkten die Tansanier auf mich im Vergleich zu den mir seit vielen Jahren bekannten Bewohnern von Kenia und Uganda deutlich selbstbewusster und auch zufriedener mit ihrer Regierung. Die wirtschaftliche Lage der Personen, mit denen ich zu tun hatte, war durch Corona stark eingeschränkt. Dadurch dass es in der Gegend von Moshi und Arusha sehr fruchtbar ist und viele auch der Kleinunternehmer und im Tourismusgeschäft tätigen Personen Gartenbau pflegten, hatte ich den Eindruck, dass sie einen Teil des Rückschlag durch ihren eigenen Anbau einigermaßen kompensieren konnten. Auffällig war im Zusammenhang mit der Wahl, dass das Internet und die Verständigungsmöglichkeit über Mobiltelefone sehr stark eingeschränkt war. Auch in den Hotels war zum Teil das Internet nicht zugänglich und das wurde damit begründet, dass die Regierung zur Vermeidung von Widerstandshandlungen dieses Medium stark eingeschränkt hätte. Diese Information erhielt ich auch von der Firma, von der meine tansanische Telefonkarte stammte.

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