Politische Überkorrektheit und Genderdebatte

Die Gefahren der politischen Überkorrektheit am Beispiel der Genderdebatte

Vor vielen Jahren habe ich einmal Menschen begutachtet, in Hinsicht auf die Frage, ob eine Geschlechtsumwandlungsoperation für sie von der Kasse bezahlt werden sollte. Damals war gerade ein Stern Artikel über das „dritte Geschlecht“ erschienen und es kamen einige junge Männer, die noch recht wenig wussten, was Frau oder Mann sein überhaupt bedeutet.

Sie hatten sich durch den Stern-Artikel irgendwie angesprochen und verstanden gefühlt und waren meines Erachtens auf eine falsche Spur gelockt worden. Der Wunsch gerne gemocht und gut gefunden und verstanden zu werden, steckt ja in jedem Menschen, aber die Vorstellungen, wie man dazu kommt, sind sehr unterschiedlich. Manche denken durch Jammern andere durch Leistung, wieder andere meinen sie hätten ein Recht darauf, ganz unabhängig von ihrem Verhalten gemocht und geliebt zu werden. Ich vermute, dass die meisten Menschen, die anatomisch nicht eindeutig männlich oder weiblich sind auf dieses Thema nicht angesprochen werden wollen. Natürlich haben sie, wie jeder andere Mensch auch das Bedürfnis geliebt, gemocht und gewertschätzt zu werden. Ich habe den Eindruck, dass wir sie auf eine falsche Fährte locken werden, wenn wir ihnen eine Art Anerkennung für die Tatsache, dass sie einen dritten Geschlecht angehören geben würden. Wenn wir ihnen etwas Gutes tun wollen, ist es am besten freundlich und unideologisch zu sein. Die meisten Menschen, die mit ihrer Geschlechtsidentität unsicher sind , wollen ihren Weg suchen, ohne von außen durch Ideologien belästigt zu werden. Für wie viele es der Weg sein wird, sehr offensiv damit umzugehen und sich als Transsexuelle oder Transvestit in der Öffentlichkeit zu präsentieren, vermag ich nicht zu sagen, aber ich habe den Eindruck, es sind nicht sehr viele.

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